Lykisches Meer im Mai/Juni 2005
Fethyie

Da ich ja leider meinen Flug nach Sri Lanka wegen des Tsunamis absagen musste, wollte ich aber trotzdem verreisen. Da Christa meine Mitmalerin und Renate, die schon einmal mit uns auf der Munaa reiste, für den 21. Mai 2005 einen Türkeiurlaub in Fethyie im (H)Otel Malhun gebucht hatten, schloss ich mich an und buchte ebenfalls 14 Tage in dem Hotel. Ich war ja im Jahr 2002 vor meiner "Blauen Reise" ebenfalls schon einmal eine Woche dort gewesen.

Christa wollte am 21. nicht mit uns an den Flughafen fahren. Sie hatte Angst, dass unser alter VW-Bus (aus dem Jahr 1963) vielleicht unterwegs kaputt gehen könnte und wir nicht rechtzeitig in Frankfurt ankämen. Wir verabredeten uns um 14 Uhr am Terminal 1 in der Halle A. Nun konnten wir also mit dem Mini hinfahren und hatten dadurch Zeit gespart, denn der fährt ja wesentlich schneller.

Günter parkte direkt vor Halle A. Wir fanden Christa auch sofort und er konnte sich von uns verabschieden und gleich, ohne Parkgebühren zu zahlen, wieder nach Hause fahren.

Der Condor-Schalter war leer und wir konnten gleich einchecken. Wir gingen auch gleich durch die Paßkontrolle. Christa hatte versprochen, Bekannten Wodka mitzubringen.

Während sie in den Duty-free-Shop ging, blieb ich im Raucherbereich, rauchte und beobachtete den Betrieb auf dem Flugplatz.

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Flughafen in Frankfurt
In den Wolken

 

Pünktlich ging der Flug ab. In Dalaman, dem Flughafen für Fethye, wurden wir von einem großen Bus abgeholt. Kurz vor Fethyie hielten wir an einer Tankstelle und die Gäste, die Ölüdeniz oder andere Orte gebucht hatten, stiegen in Vans um, damit sie nicht zu allen Hotels gefahren werden mussten. Wir blieben sitzen, hielten noch an einigen Hotels auf dem Weg und kamen als letzte im Otel Malhun an.

Renate war schon eine Stunde früher eingetroffen. Sie hatte ein Zimmer im dritten Stockwerk, wir im 1. Stock. Herr Harun an der Rezeption, wollte uns aber am nächsten Tag noch andere Zimmer, wenn möglich nebeneinander, geben. Wir packten also nur das Notwendigste aus.

Wir machten einen kleinen Spaziergang zum Strand.

Nach dem Abendessen tranken wir noch etwas in der Bar und dann ging es todmüde ins Bett.

Am 22. Mai 2005 bekamen dann alle Zimmer im 3. Stock. Christa und Renate nebeneinander und ich gegenüber. Von meinem Zimmer aus konnte ich das Meer und die Berge des Taurus sehen. Davor gab es zwar einige Häuser und Baustellen, aber ich war sehr zufrieden.

Um 6 Uhr wurde ich wach und kochte mit meinem mitgebrachten Wasserkocher Tee, den auch auf meinem Balkon zu mir nahm, während ich meine üblichen Patiencen legte.
 
 

Mein Zimmer
 
Otel Malhun von vorn
 
Otel Malhun vom Strand aus

Morgens gab es in diesem Hotel ein sehr gutes Frühstücksbüffet. Meistens stand der Koch mit einem Gasöfchen am Anfang und man konnte zwischen Omelett mit Tomaten und Zwiebeln, Spiegeleiern oder Rührei wählen, manchmal gab es aber auch gekochte Eier in einem Warmhaltebehälter, die waren aber immer knochenhart oder Rührei, das ebenfalls hart war und bei dem sich so eine komische Flüssigkeit absetzte. Die frisch zubereiteten Eier waren wesentlich besser. Danach kamen verschiedene Müslis, Kompott, Honig, ganz leckeres Joghurt, leicht gesalzene Butter und eine gräßliche Magarine, die am Gaumen kleben blieb, Oliven grün und schwarz, geschälte und in Stücke geschnittene Gurken, Tomaten, Wurst und Schafskäse, Weißbrot konnte man sich in einem riesigen Toaster rösten und am Ende gab es noch Brötchen. Wir verbrachten fast immer 1 Stunde beim Frühstück. Ich verzehrte Toastbrot mit Spiegelei auf beiden Seiten gebraten, Käse und Wurst, dazu Tomaten und Oliven, dann ein Brötchen mit Honig und zum Abschluss eine Schüssel Joghurt mit Honig. Anschließend war ich pappsatt.

An diesem ersten Morgen waren wir zu einem Informationscocktail eingeladen. Christa und Renate kannten die Reiseleiterin Incy schon. Während des Vortrags setze sich ein "junger" Mann zwischen uns. Er kam aus einem anderen Hotel und hatte nur eine Woche Schnupperurlaub gebucht. Später würde er mit Frau und Sohn nochmals kommen, wenn es ihm gefiel.

Incy stellte uns das Ausflugsprogramm vor. Das meiste hatten wir schon gesehen. Christa und Renate im Jahr davor und ich 2002 auf meiner blauen Reise. Trotzdem buchten wir 2 Ausflüge. Der eine war neu, er hieß Doppeldelight und beinhaltete Fethyie,, die antike (wenn man 1920 antik nennen will) Geisterstadt Kayakoy und die traumhafte Bucht Ölüdeniz. Der andere Ausflug ging nach Tlos,-Saklikent-Yakapark. Diesen Ausflug hatte Christa schon mal gemacht, sie war davon begeistert, und wir beide kannten ihn noch nicht. Außerdem buchten wir noch 2 mal mittwochs Hamam. Wenn man am ersten Tag bei der Information buchte, bekam man 10 % Rabatt auf die angegebenen Preise.

Nachdem dies erledigt war gingen wir zum Strand. Das Wasser war ganz ruhig und relativ warm. Christa nahm sich wegen ihrer empfindlichen Haut einen Sonnenschirm und eine Liege, Renate und ich legten uns mit einer Unterlage vom Hotel in den Sand. Der Strand besteht dort in der Hauptsache aus ziemlich dicken Kieseln, aber an unserem Platz gab es Sand. Christa erlaubte mir, keinen Kopf in ihren Schirm-Schatten zu legen. Gegen 11 Uhr kam dann Wind auf, der langsam immer heftiger wurde und sehr kalt war. Auch das Meer wurde immer unruhiger und bald hatten wir ziemliche Wellen. Aber das konnte mich nicht stören, ich hüpfte öfter in den Wellen herum, nachdem ich ja am Morgen in der ruhigen See schon 1/2 Stunde geschwommen war.

Der Mann, der sich schon bei der Informationsstunde zu uns gesetzt hatte, kam ebenfalls zum Strand und legte sich zu uns.
 
 
 

Strand hinter dem Malhun

Gegen 13:30 Uhr hatten wir schon wieder Hunger. Wir gingen ins Restaurant. Christa und Renate aßen einen Salatteller, ich ein Knoblauchbrot und ein Ayran. Ayran ist mit etwas Mineralwasser geschlagener Joghurt, leicht gesalzen und schmeckt mir herrlich.

Wir gingen dann wieder an den Strand. Christa wurde es aber bald zu kalt im Schatten und sie verzog sich an den Pool, der wesentlich windgeschützter liegt.

In dem Informationsheft, machte ein Optiker Reklame für Brillen, die 50 % billiger sein sollten als in Deutschland. Herr Harun von der Rezeption rief dort an und man holte uns abends ab. Renate brauchte eine Sonnenbrille mit ihren Gläsern und ich auch. Meine war nun schon 6 Jahre alt und ich konnte mir ihr nicht mehr so gut sehen, außerdem hatte ich sie zu Hause in Wiesbaden vergessen. Der Optiker, Herr Ramos, maß unser Brillen durch, dann fuhr er uns zu einem Augenarzt, der unsere Fehlsichtigkeit nachprüfte. Meine hatte sich verändert. Im Laden legte uns dann Herr Ramos Brillengestelle vor und wir wählten uns preiswerte aus. Er berechnete dann die Gleitsichtgläser aus extra leichtem Kunststoff. Meine Sonnenbrille kam auf 230,-- Euro. Spontan bestellte ich auch noch eine normale Brille, weil sich meine Sehkraft ja verändert hatte und ich zu Hause über 700,-- Euro hätte bezahlen müssen. So bekam ich zwei Brillen zum Preis von 560,-- Euro. Für die klare Brille suchte ich mir ein Gestell aus Titan unten randlos aus. Am 26. Mai konnten wir die Brillen abholen

Den 23. und 24. Mai verbrachten wir genauso. Nur am 24. zog ich am Strand um. Christa hatte sich, wie schon des öfteren,  über meinen Qualm mokiert. Ich nahm mir nun selbst einen Sonnenschirm und lag unten am Wasser im Kies, da bekam man auch nicht so viel Sand in die Kleider und Schuhe.

Am 25. Mai blieb Christa gleich am Pool, ich nahm keinen Sonnenschirm, denn um 13 Uhr mussten wir ja zum Hamam. Renate kaufte dann bei einem Strandhändler Stückchen mit Käse, damit wir nicht verhungerten, denn vor dem Hamam wollten wir nicht mittagessen.

Pünktlich um 13 Uhr wurden wir von einem netten Taxifahrer der Firma Öger abgeholt. Christa und Renate kannten ihn schon vom Vorjahr. Die Fahrt war ziemlich lang, durch ganz Fethyie hindurch um die gesamte Bucht herum. Unterwegs hielten wir noch an der Post, weil Renate Briefmarken kaufen wollte.

Im Hamam eines großen Hotels wurden wir ebenfalls wieder freundlich begrüßt. Wir waren da ebenfalls bekannt. Als wir in den Vorraum kamen, bekamen wir einen schönen Schreck, sämtliche Ruheliegen waren besetzt und einige Leute  standen herum oder saßen auf Stühlen. Es waren mindestens 20 Personen dort. Wie die alle auf dem Hamam Platz hatten, war uns schleierhaft. Aber der Bademeister sagte uns, dass sie schon fertig seien und bald gehen würden.

Wir mussten unsere Wertsachen in einen Safe legen, bekamen Baumwolltücher, wie große Küchenhandtücher in die Hand gedrückt. Da die meisten Umkleidekabinen belegt waren, müssten Renate und Christa sich eine teilen, ich hatte eine für mich.

Wir zogen uns aus und wickelten die karierten "Küchentücher" um uns. Nun ging's zum schwitzen. Der Hamam ist wie eine Kuppel gebaut. In der Mitte ist eine dicke Säule, die von einer heißen Bank oder Tisch umgeben ist. Darauf mussten wir uns legen. Ringsherum in dem großen runden Raum gibt es Nischen mit hübschen Becken und Wasserhähnen. Es sieht sehr hübsch aus und wir fühlten uns wohl.

Nachdem wir uns ca. 1/2 Stunde auf der heißen Bank herumgewälzt hatten, kam der Hamam-Meister. Er rubbelte uns nacheinander mit einem rauen Handschuh ab, so dass die alten Hautfetzen nur so flogen. Danach holte er eine Kinderbadewanne in der sich Seifenwasser und ein Baumwollsack befanden. Den Sack zog er mehrmals durch die Lauge, so dass er mit Schaum gefüllt war, den er uns dann auf den unserem Körper auspresste. Mit diesem Seifenschaum wurden wir dann massiert. Hinterher wurden wir erst mit warmen, dann mit kühlerem Wasser überschüttet und abgewaschen. Renate und ich ließen uns auch die Haare (mit Kernseife) waschen.

Wir wurden in den Ruheraum, der nun zum Glück vollständig geleert war, geführt und kühlten uns dort langsam ab. Dann ging es auf die Massagebänke, und wir erhielten noch eine Ölmassage. Danach war unser Haut glatt wie ein Kinderpopo und wir fühlten uns zum Bäume ausreißen.

Unser Fahrer wartete schon auf uns und fuhr uns noch an der Bank vorbei, bei der man auch Euros bekommt. Leider war der Bankomat leer, so dass Christa unverrichteter Sache zurückkam.

Zu Hause aßen wir zuerst mal unser Gebäck. Es schmeckte aber nicht so besonders, es war kaum Käse darin. Dann tranken wir im Restaurant einen großen Ayran. An den Strand gingen wir nicht mehr, wir waren ja so schön eingeölt. Mit knurrendem Magen warteten wir dann auf das Abendessen.

Zum Abendessen gab es immer ein Menü und eine sehr reichhaltige Salatbar.

Abends saßen wir (fast jeden Abend) in der Bar. Renate trank Rotwein, nachdem sie einmal ein winziges Glas bekommen hatte, bestellte sie eine Flasche, die dann für den nächsten Tag aufgehoben wurde, ich trank meistens zwei türkische Mokka und ein Gläschen lokal Brandy, aber zweimal auch frisch gepressten Orangensaft mit Campari. Christa nahm mit einer Apfelsaftschorle vorlieb. Es war eigentlich nicht sehr gemütlich in der Bar. Ständig lief der Fernseher mit einem riesigen Bild und in ziemlicher Lautstärke. Man konnte sich nur schreiend unterhalten und da viele Gäste in der Bar saßen, war der Lautpegel entsprechend hoch. Es war aber selbst mit Strickjacke viel zu kalt um draußen zu sitzen.

Am Donnerstag den 26. Mai machten wir dann unseren ersten Ausflug. Wir wurden mit einem großen Bus abgeholt, es waren aber nur wenige Leute darin. Unterwegs hielten wir noch an verschiedenen Hotels und nahmen noch weitere Leute auf. An der großen Tankstelle von Öger nahmen wir dann noch mehr Leute aus anderen Orten und die Reiseleiterin Seda auf.

Jetzt ging es zuerst einmal zu einem riesigen Goldladen. Dort bekamen wir gezeigt, wie die Goldschmiede arbeiteten und hinterher ging es natürlich in den Verkaufsraum. Der war einfach riesig. Rings um die Wände waren Theken mit erlesenem Goldschmuck mit und ohne Steinen. In der Mitte befanden sich noch weitere Verkaufsstände. Jede Art von Goldschmuck gab es dort zu kaufen. Renate kaufte sich einen wunderschönen Ring in Gelb- und Weißgold, der sogar ziemlich preiswert war. Christa und ich enthielten uns. Wir ließen uns auch durch intensive Bearbeitung durch Verkäufer nicht erweichen.

Nach etwa 1 1/2 Stunden fuhren wir durch Fethyie weiter.

An einem Kinderspielplatz machten wir halt und stiegen aus. Hoch über uns konnte man die Felsgräber von Fethyie sehen. Ganz oben sah ich Menschen zu einem der Gräber wandern. Ich streikte, da wollte ich nicht hinauf. Ich blieb auf der Mauer des Spielplatzes sitzen.

Nachdem alle verschwunden waren, wurde es mit zu langweilig. Ich ging dann doch hinterher. Nun hatte ich Zeit zum filmen und Fotografieren, ohne dass mir ständig jemand vor die Linse lief.
 
 

 
Straße zu den Gräbern
 
Moderne und Antike

Langsam ging ich die Straße und anschließenden Treppen hinauf. als ich oben ankam, traf ich die anderen wieder. Sie waren auch nicht ganz bis hinauf gelaufen. Von hier aus konnte man die Gräber auch sehr gut sehen und hatte auch eine schöne Aussicht auf die Stadt.
 
 

 
 
Das Grab zu dem man laufen konnte
 
Felswand voller Gräber
 
Fethyie

Dann war es Zeit, wieder zum Bus zu gehen. Vorher musste ich aber noch unbedingt eine Katzenmutter mit ihrem Jungen und einige Blumen fotografieren.
 
 


 
 

 

Diese Straße mussten wir hinuntergehen um wieder zum Bus zu kommen.

Am Kinderspielplatz entdeckten wir mehrere Maulbeerbäume, deren reife Früchte wir verzehrten.

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